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Bericht zur Fairen Woche

Produzenten im Blickfeld der Fairen Woche 2017

Kaffeebauern in Honduras: (v.l.) Irene de Jesús Cáceres, Rufino Rodríguez und sein Sohn Said, Alex Emigdio Avilez, Olman Enrique Alvarez Maradiaga und José Gregorio Flores

Die bundesweite Aktionswoche zum Fairen Handel im September 2017 stand unter dem Motto „Fairer Handel schafft Perspektiven“.Die Bezahlung gerechter Löhne für die Produzenten ist der Schlüssel. Nur wenn Bauern für den Anbau von Kaffee, Schokolade und Obst angemessen entlohnt werden, steht ihnen der Zugang   zu den elementaren Versorgungsgrundlagen wie Nahrung, Bildung und Gesundheitsversorgung offen. Darüber hinaus schafft Kapital für eigene Investitionen die Voraussetzung dafür, sich selbstständig entwickeln zu können. Ob Bauern und anderen Produzenten von Textilien, Kosmetik oder Handyteilen von dem, was sie herstellen auch leben können, entscheiden nicht zuletzt die Verbraucher. Laut „Forum Fairer Handel“ haben die Deutschen 2016 durchschnittlich etwa 16 Euro für fair gehandelte Lebensmittel ausgegeben. Ein Positivtrend der im EU-Vergleich jedoch deutlich hinter der Schweiz und dem Vereinigten Königreich liegt. Hier ist der Pro-Kopf-Verbrauch an fair gehandelten Produkten viermal so hoch. Auch der Absatz von fair gehandeltem Kaffee ist in Deutschland 2016 weiter gestiegen. Gemessen am Gesamtverbrauch m Land ist der Anteil an fair gehandeltem Kaffee  aber weiterhin viel zu niedrig. Wie erleben die Kaffeebauern in unserem Partnerland Honduras ihre Situation und was bedeutet ihnen Fairer Handel? Wir haben nachgefragt. 

 

Wie sieht der Alltag eines Kaffeebauern in deiner Region aus? 

José Gregorio Flores, Vorsitzender der Kaffeekooperative COCACCAL aus Villa Nueva, El Guano:
Es ist an der Tagesordnung, den Kaffee zu dem Preis abzugeben, den die Zwischenhändler bestimmen. 

Alex Emigdio Avilez aus La Esperanza:
Sie geben uns den Preis, den sie wollen und sie regeln auch die Gewichte. Wir sind nicht Herr unserer Sache, unseres Produkts. Das sind sie. 

Irene de Jesús Cáceres aus Reforma Cuyamapa:
Alltag ist es, Kaffee zu pflegen, ihn zu ernten und abzugeben. Das ist die Aufgabe eines Kaffeebauers. 

 

Wie hilft euch als Kaffeebauern ein fairer Preis?

José Gregorio Flores:
Ein fairer Preis ist gut für unsere Fincas und unsere Familien. Wir fühlen uns wertgeschätzt, können in die Zukunft schauen. Wenn unsere Arbeit fair vergütet wird, sind wir zufrieden. So können wir uns besser ernähren und dadurch auch wieder bessere Arbeit leisten. 

Alex Emigdio Avilez:
Ein fairer Preis hilft uns in vielen Situationen, denn wenn wir den Kaffee billig verkaufen müssen, reicht uns das Geld nicht, um all unsere Bedürfnisse zu decken. Jetzt können wir in Bildung investieren. Ich habe zwei Töchter, die noch zur Schule gehen. Dieses Jahr hatte ich das Gefühl, ich konnte ihnen etwas mehr ermöglichen. 

Irene de Jesús Cáceres:
Wir freuen uns, denn wir brauchen einen guten Lohn, um guten Kaffee produzieren zu können. Wir können so unsere Techniken und Methoden verbessern und letztendlich auch die Qualität unseres Kaffees. Zudem geht eine meiner Töchter noch zur Schule. Ich möchte ein verantwortungsvoller Vater sein und ihr die Schulbildung ermöglichen. 

 

Wie war die Begleitung des Kolpingwerks Honduras im Kaffeeprozess? 

Irene de Jesús Cáceres:
Zuvor lebten wir in großer Not. Wir haben Kaffee angebaut, um Kaffee anzubauen und Arbeit zu haben, aber nicht, um etwas zu verdienen. Wir lebten ziemlich verlassen. Kolping hat uns geholfen, uns selbst und unsere Arbeit zu würdigen und auch, unseren Kaffee zu verbessern. 

Alex Emigdio Avilez:
Die Begleitung ist großartig. Ich habe sehr viel lernen dürfen, vor allem, was die Vermarktung angeht. Auch die Kommunikationsstruktur ist toll, vor allem mit unserem Ankäufer. Ich hoffe, dass das so weiter geht. 

José Gregorio Flores:
Kolping hat mir Orientierung gegeben und zwar durch viele verschiedene Formen der Hilfe. Vor Beginn der Arbeit waren wir nur das Futter der Coyoten. 

 

Wie unterstützt euch das Kolpingwerk Paderborn durch die Bereitstellung eines Agraringenieurs?

José Gregorio Flores:
Das motiviert uns sehr. Wir haben schon viel gelernt, aber wir können immer noch mehr lernen. Wir versuchen natürlich auch immer, alles Gelernte umzusetzen. 

Alex Emigdio Avilez:
Einen Berater zu haben hilft uns enorm. Nicht nur durch die Fortbildungen, sondern auch im gesamten Umgang mit unserer Finca. 

Irene de Jesús Cáceres:
Wir sind Kaffeebauern, aber das heißt nicht, dass wir alles wissen. Der Ingenieur gibt uns viele Impulse und Ideen. Jetzt düngen wir zum Beispiel mit organischem Dünger, den wir selbst herstellen. 

 

Quelle: Kolping Paderborn

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