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Erfahrungsbericht: Der Einfluss von Kolping Honduras auf die lokalen Kaffeebauern

Während meines 3-monatigen Praktikums bei Kolping Honduras besuchte ich verschiedene Kaffeebauern und ihre Familien auf ihren Fincas in den Bergen im Osten des Landes. Dabei lebte ich für insgesamt 14 Tage mit ihnen, wodurch ich einen Eindruck vom Leben und der Arbeit der Bauern bekam. Neben den Interviews und der Recherche für meine Hauptaufgabe, den fairen und biologischen Anbau, entwickelte ich auch persönliche Beziehungen und erhielt einige Einblicke in ihre Sicht der Dinge. Während unserer Gespräche unterhielten wir uns auch über ihre Wahrnehmung zum Einfluss der Zusammenarbeit und Unterstützung durch Kolping.

Demnach geht die Unterstützung durch Kolping weit über die technische Assistenz auf dem Feld hinaus. Nachhaltige Anbaumethoden mit Respekt gegenüber der Natur und den Arbeitern sind essentiell für die Bauern. Diese Nachhaltigkeit auf lange Sicht zu bewahren und Nachhaltigkeit auch im sozialen sowie ökonomischen Sinne zu integrieren, ist ebenso ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit Kolpings.

Teamarbeit mit Experten

Die Organisation arbeitet mit einem Team von Experten aus verschiedenen Sektoren. Ein Agronom besucht regelmäßig die Fincas und leistet mit seiner Expertise technische Assistenz für die Produktion und Verarbeitung des Kaffees, er gibt wichtige Informationen und Beratung bezüglich Best-practice-Anbaumethoden, Vorbeugung und Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten der Kaffeepflanzen. Die angemessene Verarbeitung und Lagerung spielen dabei eine genauso wichtige Rolle, um die hohe Qualität der honduranischen Kaffeebohne zu bewahren.

Bei allen Schritten, von der Einsaat bis hin zum Verkauf, wird immer die „casa común“ (zu Deutsch „gemeinsame Heimat“) – unsere Erde und Natur - respektiert. Umweltfreundlicher Anbau ist nicht nur ein Trend im Westen. Neben seinem globalen positiven Einfluss auf die Umwelt ist er auch relevant für die Bodenfruchtbarkeit und somit für die Existenzgrundlage der Bauern auf lange Sicht. In die Beratung der Bauern werden darüber hinaus Partner einbezogen, wie Nicht-Regierungs-Organisationen oder die international anerkannte landwirtschaftliche Universität Zamorano, die mit ihrer Expertise, Arbeit und Forschung den Bauern wesentlichen Nutzen bietet.

Unterstützung durch Kolping Honduras

Die Unterstützung durch Kolping Honduras beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Kaffeeanbau. Eine Diversifizierung der Einkommensquelle, z. B. durch den Anbau von anderen Früchten oder Gemüse, wie Bananen oder Mais, wird immer wichtiger, besonders in Anbetracht der klar sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels, die den Kaffeeanbau erschweren. Nicht nur vom Einkommen des Kaffees abhängig zu sein bedeutet auch weniger anfällig gegenüber schlechten Ernten zu sein und die Risiken des Klimawandels und unerwarteten Ereignissen zu lindern.

Damit der Bauer sich und seine Familie vom Kaffeeanbau ernähren und versorgen kann, sind grundlegende finanzielle Verwaltungskenntnisse erforderlich. Viele Bauern in den Bergen Honduras haben diese Kenntnisse jedoch nicht, weshalb Kolping seinen Gruppen Trainings in diesem Themenbereich anbietet. Für die Bauern sind diese Trainings und das daraus resultierende Wissen der Schlüssel, richtige Entscheidungen treffen zu können, Risiken und Möglichkeiten für die eigene Entwicklung abzuwägen und mit einem realistischen Zukunftsplan voranzuschreiten.

Trainings und Fortbildungen für die Kaffeebauern und deren Familien

Weitere Trainings in anderen Bereichen beinhalten zwar andere Schwerpunkte, sind jedoch für das Leben der Familien ebenso von Bedeutung. Was Kolping von anderen Organisationen abhebt ist, laut Aussage der Bauern, vor allem der starke soziale Schwerpunkt. Menschenrechte, Gleichberechtigung der Geschlechter, Jugendförderung und Solidarität sind einige der Themen in den Trainings und Fortbildungen, zu denen Kolpingmitglieder regelmäßig zusammenkommen.

Dabei werden Frauen, Männer und Jugendliche gleichermaßen einbezogen. Laut der Bauern werden durch Kolping Familien vereint, Ungleichheiten aus dem Weg geräumt und ein harmonisches Miteinander gestärkt. Manche berichten, dass sie erst durch Kolping erfuhren, wie wichtig es ist, sich zu erholen und Energie zu sammeln, um mit zukünftigen Aufgaben angemessen umgehen zu können und Herausforderungen zu meistern.

Fortschritt, Aktivitäten und Unabhängigkeit fördern

Kolping unterstützt entscheidend den Fortschritt und die Aktivitäten der Bauern als Kooperative, die aus verschiedenen kleineren regionalen Gruppen besteht. Durch diesen Zusammenschluss wird der einzelne Bauer unabhängiger von ausbeuterischen Mittelsmännern und hat mehr Möglichkeiten, sich auszutauschen und seinen Kaffee zu verkaufen. Einen geeigneten Markt zu finden, mit Abnehmern die bereit sind, einen angemessenen, fairen Preis zu zahlen, ist nicht einfach. Daher werden die Bauern auch im Marktzugang sowie auf dem Vertriebsweg wesentlich von Kolping unterstützt.

Die Verbindung zu Kaffee Langen ist in den Bergen Honduras ein sehr präsentes Thema und von hoher Bedeutung. Der dadurch generierte faire Lohn bietet die Grundlage für eine nachhaltig bessere Zukunft aller Beteiligten und sorgt für ein Gefühl der Wertschätzung der Kaffeebauern in den Bergen Honduras.

Manuel Heising
Student, Sustainable Value Chains
Van Hall Larenstein University, Niederlande

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