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Hier finden Sie regelmäßig Neuigkeiten und interessante Meldungen rund um unsere geliebte braune Bohne.

Honduras 2016

Klaus Langen war im November bei einigen unseren Kaffeebauern und Kooperativen zu Gast. Die Erlebnisse in Honduras möchte er mit Ihnen teilen.

Landkarte Cocrebistol 

Anfang November war ich wieder in den Anbauländern unterwegs. Diese Reise unternehme ich regelmäßig, um mich vor Ort von der Qualität der Pflanzen, der natürlichen Reife und der sorgfältigen Ernte zu überzeugen. Dieses Jahr ging es unter anderem nach Honduras zur Kaffee-Kooperative CAFETALERA RESERVAS BIOLOGICAS SANTA TERESA OCOTEPEQUE COCREBISTOL

Luftbild Cocrebistol

Die Kooperative Cocrebistol wurde im September 2004 gegründet. Sie umfasst 44 Mitglieder, die zusammen eine Fläche von ca. 182 Hektar bewirtschaften. Vor Ort konnte ich mir ein umfassendes Bild von der Kooperative machen. Hier kümmert man sich nicht nur um den Anbau von Kaffee, sondern auch um ökologische und soziale Belange. Doch dazu später mehr.

Plantage mit Schattenbäumen

Produziert wird nach Bio- und FairTrade-Standards. Etwa 80% der Kaffeeplantagen liegen im Einflußbereich des Schutzgebiets „Guisayote“, auf über 1400 Metern. Alle Plantagen wachsen unter sogenannten Schattenbäumen, die für die natürliche Entwicklung des Kaffees wichtig sind. Schattenbäume machen aber auch eine maschinelle Ernte, wie sie in einigen Anbaugebieten durchgeführt wird, unmöglich. Innerhalb der Kooperative werden verschiedene Kaffeesorten produziert, zum Beispiel Paca, Catuai oder Lempira. Der Verkauf erfolgt im sogenannten „Pergamino Seco“, das heißt um die eigentliche Kaffeebohne liegt noch die getrocknete Pergamentschicht. Diese schützende Pergamentschicht wird erst kurz vor der Verschiffung entfernt.

Kaffeebohne mit Pergamino Seco

Innerhalb der Kooperative leistet man auch technische Hilfe bei der Kaffeeproduktion. Es besteht eine eigene Aufbereitungsstation für das Schälen, die Fermentation und die Trocknung von Kaffee. Kaffee kann entweder „Nass“ oder „Trocken“ aufbereitet werden. 

Bei der nassen Aufbereitung, auch Fermentation genannt, werden die Kaffeekirschen vorsortiert und das Fruchtfleisch weitestgehend entfernt. Danach werden sie für 12 bis 36 Stunden in einem Wasserbecken gelagert, indem während dieser Zeit ein Gärungsprozess stattfindet. Nach dieser Zeit wird der Kaffee nochmal gewaschen und getrocknet.Bei der trockenen Aufbereitung werden die kompletten Kaffeekirschen 5 – 10 Tage lang getrocknet. Erst danach wird das Fruchtfleisch entfernt. Die Trocknung kann in beiden Fällen auch maschinell mittels Heißluft erfolgen. Weitere Informationen zum Anbau und zur Aufbereitung finden Sie in unserer Broschüre „Kaffeeröster – Meisterhaft von der Pflanze bis zur Tasse“.

Was macht die Kooperative Cocrebistol umweltfreundlicher? Zum einen werden bei der Trocknung unter anderem Solartrockner eingesetzt, um die Emissionen gering zu halten. Zum anderen wird das Wasser aus der nassen Aufbereitung in einem System wieder zurückgeführt. Aus europäischer Sicht scheint beides gar nicht so besonders, es ist aber in den Anbaugebieten durchaus kein Standard. Auch wenn es „Kaffeekirsche“ heißt, mit unseren Kirschen hat der Geschmack des Fruchtfleisch wenig gemein. In vielen Anbaugebieten wird das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen deshalb nicht genutzt. Bei Cocrebistol wird man das Fruchtfleisch als Dünger für die Kaffeeplantagen aufgearbeitet.

 

Auch den Klimawandel berücksichtigt die Kooperative in ihrer Arbeit. Man sucht nach neuen Wegen, wie zum Beispiel der Produktion von Honig. Der Kaffee wird nicht als reine Kaffeeplantage angepflanzt sondern abwechslungsreich mit anderen Nutzpflanzen. Außerdem informiert die Kooperative vor Ort über Möglichkeiten sich an den drohenden Klimawandel anzupassen.

Anbau verschiedener Nutzpflanzen

In sozialen Belangen ist die Kooperative ebenfalls engagiert. So arbeitet man im lokalen Rat der Gegend zusammen mit dem lokalen Parlament, Verwaltungsräten und verschiedenen Gruppen von Bauern und Kleinstunternehmen. Außerdem gibt es Gruppen zur Förderung von Frauen und für junge Menschen mit hohem sozialem Risiko.

Fairer Handel

Fairer Handel braucht Offenheit. Lesen Sie unsere Stellungnahme zu Transfair.

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