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Fairer Handel


Unsere Kunden verändern die Welt:
Wie wir Fairness und Bio-Qualität umsetzen

Aus zwei Gründen sind uns viele Fairtrade- und ÖkoSiegel nicht konsequent genug. Erstens kennen wir die Menschen und ihre Region, ihr Leben vor Ort aus vielen, vielen Besuchen und langjähriger Partnerschaft. Zweitens: Wir erleben sehr unmittelbar, wie der Klimawandel den Anbau und die Ernte radikal verändert.

Deshalb legen wir unseren Anspruch ans Fairness und Ökologie höher an. Zum Beispiel sind wir Teil des Modellprojekts INATrace, mit dem nachhaltige und faire Lieferketten digital überprüfbar werden.

Ehrlich gesagt können wir genau diese Ansprüche aber auch nicht bei jeder Kaffeeserie garantieren. Noch nicht. Unsere Gedanken und Standpunkte zum fairen Handel und seinen Widersprüchen legen wir hier offen.

1. Vor Ort sein, die Menschen und ihre Wirklichkeit kennen

Roberto würde diese Deutschen nicht verstehen. 3,90 Euro für ein Pfund Kaffee? Das macht ihn ungefähr so wütend wie unseren Geschäftsführer und Chefröster Klaus Langen. Roberto ist 69 und bewirtet gute 6 Hektar in einer Höhenlage in Honduras. Ihm ist wichtig, dass es seinen Leuten gutgeht, seiner Familie und seinen geliebten Pflanzen. Er kennt das Geschäft und macht beim Wahnsinn nicht mehr mit. Und 3,90 Euro wären ein gutes Beispiel für Wahnsinn. Wir kennen Roberto seit rund 10 Jahren. Hat er ein Fairtrade-Siegel? Nein. Ist er zertifiziert? Nein. Handelt er nach genau diesen Idealen? Ja. Und er kann seine Bio-Qualität garantieren. Seine Bohnen sind hervorragend und die Stimmung in seiner Familie? Unvergleichlich, zumindest bei unserem letzten Besuch. Wir haben uns die Hand gegeben auf Qualität, Preis, Vorzahlung und sichere Abnahme.
Wir kennen viele Robertos, in Brasilien, Indonesen, Honduras, Guatemala, Papua Neuguinea, Tansania und Äthiopien. Viele sind seit Jahrzehnten unsere Partner. Wir haben sie besucht, vertrauen einander. Dazu finden wir Preise, die weit mehr Dimensionen haben als „Gewinn“. Sie sichern die Zukunft für Familien, Flora und Fauna. Es fällt uns schwer zu vermitteln, wie bereichernd dieses Gefühl ist. Und nein, dafür gibt es (noch) nicht immer ein Siegel, sondern nur dieses gute Gefühl.


2. Und doch: Natürlich zertifiziert

Viele unserer Kaffees sind Fairtrade zertifiziert. Das gilt selbstverständlich für unsere FairLangen-Serie, aber auch für viele weitere Ernten, die wir einkaufen und in unseren Kaffees „TypischLangen“ und „EditionLangen“ verarbeiten. Insgesamt liegt unser Bio-Anteil bei rund 60 Prozent und rund 40 Prozent unserer Jahresproduktion sind Fairtrade-zertifiziert. Weitere 20 Prozent kommen von guten Leuten wie in Baixadão, Brasilien: Großartige Ernten, starkes Bio-Konzept, aber noch nicht vollständig zertifiziert. Wir fördern diese Kooperativen, denn: Ihr Weg ist richtig. Dazu kommen viele weitere Einkäufe mit Familien und Kooperativen, die wir seit Jahrzehnten begleiten und denen wir partnerschaftlich verbunden sind. Wir kennen 80% unserer Lieferanten persönlich.


3. Solidarität statt nur ein Siegel

Mit diesen Familien und Kooperativen verbindet uns eine langjährige Freundschaft. Daraus entsteht eine Verbundenheit und Solidarität. Ein Beispiel? Im Herbst 2020 haben schwere Stürme die Plantagen von unseren Partnern in Honduras zerstört. Wir haben sofort mehrere Tausend Euro überwiesen und sind für Lieferungen in Vorleistung gegangen, damit der Wiederaufbau und die Familien gesichert sind. So verstehen wir Fairness. Wir sind ein Familienunternehmen im Hochsauerlandkreis und im weltweiten Handel nur ein kleiner Mitspieler. Aber wir können unseren Lieferanten zeigen, wie wir Augenhöhe verstehen. Damit geht nicht nur unseren Produzenten gut, sondern auch uns.


4. Die Sache mit der Qualität

Kaffeebohnen sind ein Naturprodukt; ihre Qualität und Verfügbarkeit sind weit weniger selbstverständlich, als wir in Deutschland glauben. Wann und wo immer möglich, setzen wir auf zertifizierte Ware und/oder auf unsere altbewährten Lieferanten. Das geht aber nicht immer. Das hat mit Ihnen zu tun. Unsere Kunden sind sehr wohl bereit, für gutes Handwerk gute Preise zu bezahlen. Aber in mancher Saison stoßen wir auf Preise, Qualitäten oder Verfügbarkeiten, die auch der beste Wille nicht akzeptieren würde. Dann – und nur dann – setzen wir auf Zukauf aus dem klassischen Großmarkt. Dank unseres guten Rufes und guter Verbindungen in alle Anbaugebiete dieser Welt kommt das immer seltener vor.


5. Warum das alles mit Ihnen und euch zu tun hat.

Ohne Ihre und eure Treue und das Vertrauen wäre all das nicht möglich. Unsere Kunden verstehen, dass guter Kaffee seinen Preis hat. Sie vertrauen uns. Deshalb können wir auf Lieferanten setzen und Ideen umsetzen, die ungewöhnlich sind. Ungewöhnlich fair. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken. Denn das erlaubt uns eine Arbeit, die nicht nur auf der Zunge gut ankommt, sondern auch im Herzen, mit Sinn und Verstand. Nur deshalb sind und bleiben wir seit drei Generationen dabei.